Informationen für Betroffene und Angehörige

Wenn Sie oder Ihre Angehörigen Opfer sexuellen Missbrauchs geworden sind, können Sie sich an den jeweils zuständigen Missbrauchsbeauftragten der (Erz-)Bistümer oder Orden wenden.

Listen von Personen, an die man sich bei Verdachtsfällen von sexuellem Missbrauch wenden kann:

Beauftragte
  • Beauftragte der Diözesen
    Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in den Diözesen mit Kontaktdaten
  • Beauftragte der Ordensgemeinschaften
    Eine Liste finden Sie auf der Internetseite der Orden bzw. der Deutschen Ordensobernkonferenz.
  • Beauftragte sonstiger Jurisdiktionsbereiche
    Beauftragte mit Kontaktdaten
  • Beauftragter der Bundesregierung
    Telefonische Anlaufstelle des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig.
  • Hilfeportal des Beauftragten der Bundesregierung
    www.hilfeportal-missbrauch.de
  • www.praevention-kirche.de
    Internetseite der katholischen Kirche zur Prävention mit Liste der Präventionsbeauftragten in den Diözesen

Telefon- und Onlineberatung

Berichte rund um das Thema Missbrauch können bei Betroffenen seelische Probleme auslösen, weil plötzlich die Erinnerungen und das Leid wieder spürbar werden (Fachleute sprechen von „Dekompensationen“ oder „Retraumatisierungen“).

Wenn Sie Beratung brauchen, wenden Sie sich doch bitte an die Missbrauchsbeauftragten in den Diözesen oder Orden (siehe Listen der Beautragten zum Herunterladen auf dieser Seite), die TelefonSeelsorge oder an andere Beratungsstellen vor Ort.

Das Hilfeportal Sexueller Missbrauch des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs finden Sie unter www.hilfeportal-missbrauch.de.

„Gewalt gegen Frauen in Kirche und Orden“

Eine Veranstaltung von Frauen für Frauen vom 27. bis 28. September 2019 in Siegburg

Die Deutsche Bischofskonferenz mit ihrer Arbeitsstelle für Frauenseelsorge und dem Bereich Pastoral sowie die Deutsche Ordensobernkonferenz (DOK) veranstalten in Kooperation mit den katholischen Frauenverbänden KDFB und kfd vom 27. bis 28. September 2019 in Siegburg eine Tagung, die sich erstmals ausdrücklich mit dem Thema Gewalt gegen Frauen in Kirche und Orden befasst. Die Tagung, die von der internationalen Initiative „Voices of Faith“ unterstützt wird, versteht sich als Teil eines Prozesses, in dem Raum für Erfahrungen, Zeugnisse und Expertisen eröffnet und erste Perspektiven für Aufarbeitung, Ahndung und Prävention entwickelt werden sollen.
Pressemitteilung vom 27. September 2019

Verfahren zu Leistungen in Anerkennung zugefügten Leids wird weiterentwickelt

Unabhängige Arbeitsgruppe stellt Vorschläge vor (24. September 2019)

Nach der Veröffentlichung der MHG-Studie am 25. September 2018 in Fulda haben die deutschen Bischöfe unter anderem beschlossen, das Verfahren zu Leistungen in Anerkennung zugefügten Leids aufgrund der Studie sowie der Erfahrungen der zurückliegenden Jahre fortzuentwickeln. Diese hat am 27. Mai 2019 mit einem Workshop in Bonn begonnen, an dem 28 fachkundige Personen aus Kirche und Gesellschaft teilnahmen. Dazu gehörten Betroffene, Experten aus Wissenschaft, Beratung sowie staatlichen und kirchlichen Stellen. Auf Grundlage dieses Workshops wurde eine unabhängige Arbeitsgruppe beauftragt, einen Vorschlag für die Überarbeitung des bisherigen Verfahrens zu erstellen. Zur Arbeitsgruppe gehörten Prof. Dr. Stephan Rixen (Universität Bayreuth), Dr. Bettina Janssen (Mediatorin und Rechtsanwältin), Roswitha Müller-Piepenkötter (NRW-Justizministerin a. D., Bundesvorsitzende a. D. des Weißen Rings) und Matthias Katsch (Betroffenenorganisation Eckiger Tisch e. V.). Die Vorschläge der Arbeitsgruppe wurden mit dem Personenkreis vom ersten Workshop am 6. September 2019 diskutiert und anschließend nochmals überarbeitet. Heute (Dienstag, 24. September 2019) stellt die unabhängige Arbeitsgruppe ihre Ergebnisse der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda vor. Wir dokumentieren die Vorschläge.
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Auftaktveranstaltung Anerkennung/Entschädigung des Leids am 27. Mai 2019

Nach der Veröffentlichung der MHG-Studie am 25. September 2018 in Fulda haben die deutschen Bischöfe unter anderem beschlossen, das Verfahren zu Leistungen in Anerkennung zugefügten Leids aufgrund der Studie sowie der Erfahrungen der zurückliegenden Jahre fortzuentwickeln. Das Verfahren selbst wurde im März 2011 etabliert. Diese Fortentwicklung hat am 27. Mai 2019 mit einem Experten-Workshop in Bonn begonnen, zu dem der Beauftragte für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes, Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), eingeladen hatte. Ziel des Workshops war es, Impulse zu Bedingungen, An- und Herausforderungen einer gelingenden Anerkennung/Entschädigung in den aktuellen Prozess zu geben.

Mehr lesen: Zur aktuellen Meldung vom 28. Mai 2019

Leistungen zur Anerkennung des Leids beantragen

Unten finden Sie ein Formular zur Beantragung von Leistungen in Anerkennung des zugefügten Leids. Dazu gehört die Übernahme von Kosten für Therapie und Beratung sowie gegenbenenfalls materielle Leistungen. Bitte beachten Sie: Wenn Sie den Antrag ausfüllen, kann das eventuell seelische Probleme auslösen, weil plötzlich die Erinnerungen mit all dem Leid wieder spürbar werden (Fachleute sprechen von „Dekompensationen“). Wir empfehlen deshalb dringend, den Antrag im Beisein des Missbrauchsbeauftragten, einer vertrauten Person oder eines Therapeuten auszufüllen.

Hier finden Sie alle nötigen Unterlagen:

Hilfstelefon der Deutschen Bischofskonferenz

Die Deutsche Bischofskonferenz hatte im Jahr 2010 eine Telefonhotline für Betroffene von sexuellem Missbrauch eingerichtet. Lesen Sie hier mehr zu diesem europaweit einzigartigen Projekt, welches von den deutschen Bischöfen initiiert und bis Ende 2012 durchgeführt wurde.

Die Deutsche Bischofskonferenz und die Lebensberatung des Bistums Trier haben am 17. Januar 2013 in Trier den „Tätigkeitsbericht zum Abschluss der Telefonhotline der Deutschen Bischofskonferenz für Betroffene sexuellen Missbrauchs“ vorgestellt.
Zur Pressemitteilung vom 17.01.2013

Wer heute telefonische Hilfe oder Auskünfte benötigt, kann sich an die Missbrauchsbeauftragen wenden, die es in jedem Bistum gibt. Ebenso stehen als Ansprechpartner die Präventionsbeauftragten der Bistümer zur Verfügung. Telefonnummern und Ansprechpartner finden Sie auf dieser Seite im Kasten Beauftragte sowie unter www.praevention-kirche.de.

Abschlussbericht

Zum Jahresende 2012 hat die Telefonhotline der Deutschen Bischofskonferenz ihre Arbeit beendet. Bereits am 2. April 2012 hatte die Bischofskonferenz angekündigt, die Hotline aufgrund kaum noch eingehender Anrufe auslaufen zu lassen. Tatsächlich sind in den vergangenen Monaten so gut wie keine Anrufe mehr bei der Hotline eingegangen. Damit endet ein Projekt, das seinesgleichen bisher europaweit sucht. Die Deutsche Bischofskonferenz hatte als eine der ersten Aufarbeitungsmaßnahmen nach Bekanntwerden von Fällen sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen im kirchlichen Bereich die Hotline 2010 geschaltet. Sie verstand sich als Ersthilfe und Anlaufstelle. Die Ergebnisse der Hotline wurden am 17. Januar 2013 auf einer Pressekonferenz in Trier vorgestellt.

Zwischenbericht

Die Deutsche Bischofskonferenz hat einen Zwischenbericht ihrer Hotline für Opfer sexueller Gewalt vorgelegt. Danach wurden in 2010 von März bis Mitte Oktober  3.431 Gespräche am Telefon geführt und 213 Internet-Beratungen in Anspruch genommen. 22.845 Menschen informierten sich über das Angebot.
Zur Pressemitteilung vom 24.11.2010

Mit dem Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz zur Durchführung der Hotline an die Lebensberatung im Bistum Trier wurde der Auftrag verbunden, die Erkenntnisse der Hotline fachlich aufzubereiten und für die Arbeit an der Frage der künftigen Präventionsprogramme zur Verfügung zu stellen. Demnach sollten Leitfragen der Auswertung sein:

  •     Gibt es Hinweise zur Frage der Prävention?
  •     Gibt es Hinweise zur Frage der Betreuung von Opfern?

Mit dem Zwischenbericht ist nach etwa der Hälfte der Laufzeit der Hotline eine erste Auswertung dieser Art erstellt worden. Hier können Sie den Zwischenbericht (insgesamt 4 Teile) herunterladen:

Zu Beginn

„Wir wollen den Betroffenen beistehen“
Die Deutsche Bischofskonferenz hat am 30. März 2010 ihre Beratungshotline für Opfer sexuellen Missbrauchs in katholischen Einrichtungen vorgestellt. Bischof Dr. Stephan Ackermann, Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für alle Fragen im Zusammenhang des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger im kirchlichen Bereich, sagte in Trier: „Wir wollen mit diesem Angebot die Opfer ermutigen, sich bei uns zu melden, gleich ob es sich um verjährte oder um aktuelle Fälle handelt. Wir wollen ansprechbar sein, wollen wissen, was erlitten wurde und den Betroffenen bei der Aufarbeitung beistehen.“ Die Hotline wird in Trägerschaft der Deutschen Bischofskonferenz in Zusammenarbeit mit der Lebensberatung im Bistum Trier realisiert.
Zur Pressemitteilung vom 30.03.2010